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Wibu-Systems für Haiti - Schulen

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"1000 Schulen für die Welt" - Eine Schule für Haiti

Am 10. Dezember 2019 beschloss der Karlsruher Gemeinderat einstimmig, das Projekt „1000 Schulen für unsere Welt – Eine Schule für Haiti“ des nph Kinderhilfe Lateinamerika e.V. (nph) zu unterstützen.

1000 Schulen für unsere Welt“, ist eine Initiative der kommunalen Spitzenverbände, die Ende 2018 unter der Schirmherrschaft von Bundesminister Dr. Gerd Müller (BMZ) ins Leben gerufen wurde. Mit Karlsruhe nehmen bereits 50 Kommunen und Landkreise teil und fördern den Bau von 102 Schulen in den Ländern des globalen Südens.

Das Schulprojekt

Bei dem von nph vorgeschlagenen Projekt handelt es sich um den Ausbau der „St. André-Schule“ in Fond-des-Blancs im Süden Haitis. Die Schule wurde nach dem schweren Erdbeben von 2010 mit Spendengeldern aus Deutschland errichtet und 2012 eröffnet. Sie bietet den Schülern derzeit Unterricht bis zur 9. Klasse an. Der Ausbau sorgt dafür, dass weitere Schulräume für die Klassen 10 bis 13 sowie Sonderklassen eingerichtet werden, so dass die Jugendlichen an der „St. André-Schule“ das Abitur erwerben können. Dieser Hurrikan- und erbebensichere Ausbau war von Beginn an geplant und soll nun mithilfe von Spenden aus Karlsruhe realisiert werden. Schulträger ist die haitianische, gemeinnützige St. Luc-Stiftung (Fondation St. Luc). Die Kosten für den Bau werden sich auf ca. 180.000 Euro belaufen. Durch verschiedene Aktionen im Jahr 2021 konnten bereits 120.000 Euro generiert werden und der Schulbau soll noch dieses Jahr beginnen.

Schulangebot verhindert Landflucht

Die Gemeinde Fond-des-Blancs liegt ca. 120 km westlich der Hauptstadt Port-au-Prince, mit ca. 65.000 Einwohnern und besteht aus vielen kleinen Siedlungen, die ziemlich verstreut sind.

Wie in vielen Regionen Haitis gibt es dort zu wenige Schulen und so gut wie alle erheben Schulgebühren. Kosten für die verpflichtende Schuluniform und Bücher kommen hinzu und summieren sich auf Beträge, die für die arme Landbevölkerung eine unüberwindbare Hürde bilden. Wegen der schlechten Unterrichtsversorgung siedeln viele Familien in die Hauptstadt-Region um, wo sich ihre Lage aber in der Regel noch verschlechtert. Mit dem erweiterten Schulprogramm wirkt die St. Luc-Stiftung der Landflucht aktiv entgegen. Begleitende Projekte wie eine kleine Klinik, ein Landwirtschaftsprogramm und eine Bäckerei sorgen dafür, dass die Landbevölkerung neue wirtschaftliche Perspektiven entwickeln kann.

Der Schulträger

Die St. Luc-Stiftung wurde 2001 als Schwesterorganisation von nph Haiti gegründet, mit dem Ziel, Waisenkindern eine sinnvolle Beschäftigung im sozialen Bereich zu ermöglichen, wenn sie das nph-Kinderdorf als junge Erwachsene verlassen. Heute unterhält die Stiftung ein landesweites Netzwerk von 32 staatlich anerkannten Grundschulen, eine Sekundarschule für 3.500 Schülerinnen und Schüler, sowie zwei Berufsschulen. Insgesamt profitieren über 14.000 Kinder in Haiti von den Bildungsprogrammen der Stiftung. Alle Schulen der Organisation stehen den Kindern armer Familien kostenlos bzw. gegen einen symbolischen Beitrag zur Verfügung.

nph (nuestros pequeños hermanos – Unsere Kleinen Brüder und Schwestern) wurde im Jahr 1954 von Pater William Wasson in Mexiko gegründet. nph Kinderhilfe Lateinamerika e. V. gibt es seit dem Jahr 1985 und beschäftigt zurzeit ca. 30 Mitarbeiter in Karlsruhe.

Das internationale christliche Kinderhilfswerk unterstützt zehn Kinderdörfer in neun Ländern Lateinamerikas, die über 3.200 Mädchen und Jungen Schutz und Heimat bieten. Mehr als 18.000 Kinder sind bereits unter der Obhut von nph aufgewachsen und durch die Arbeit des Hilfswerks auf ein unabhängiges Leben vorbereitet worden.

nph beteiligt sich auch aktiv an weiteren humanitären Projekten zusätzlich zu den Kinderdörfern und unterstützt so jedes Jahr mehr als 100.000 Menschen.