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Lizenzierung für Cluster-Simulationen

Aufwändige Simulationen in der Cloud ergänzen und ersetzen kostenintensive Simulationshardware. Dieser Trend ist unter anderem in der Automobilindustrie zu finden, aber nicht nur dort. Eine Vielzahl an Umgebungsfaktoren, Sensoren und Aktoren können einfach als Docker-Container modelliert und dynamisch gestartet werden. Diese neue Möglichkeit wirft die Frage nach der Lizenzierung und dem Softwareschutz von Cluster-Simulationen auf.

Passionierte Videospieler werden sich jetzt denken, dass dies ja prinzipiell nichts Neues ist. Simulationen in der Cloud, offene Welten, Tausende oder sogar Millionen von Spielern gibt es ja schon lange bei MMORPGs (massively multiplayer online role-playing games). Das Neue hier ist aber das Geschäftsmodell dahinter. MMORPGs werden in der Regel vom Hersteller des Spiels in der Cloud betrieben. Der Spieler bezahlt einen monatlichen Betrag, um das Spiel zu nutzen. Die Herausforderung ist hierbei die sichere Authentifikation des Spielers – ein perfekter Anwendungsfall für einen USB-Dongle wie den CmStick.

Bei einer Cluster-Simulation, zum Beispiel in der Automobilindustrie, definiert sich das Geschäftsmodell in der Regel anders. Der Hersteller der Software verkauft diese an einen Autohersteller. Der Autohersteller betreibt die Software selber in der Cloud, zum Beispiel in AWS oder Microsoft Azure. Damit stellen sich zwei Herausforderungen: Zum einen darf die Software nicht absichtlich oder versehentlich an Dritte, zum Beispiel einen anderen Autohersteller, weitergegeben werden. Zum anderen soll sichergestellt werden, dass nur so viele Kopien einer Software parallel eingesetzt werden dürfen, wie auch tatsächlich bezahlt wurden.

Oft wird auch gefordert, dass On-Premises-Software und die entsprechende Cloud-Software weitestgehend identisch sind. Das heißt, eine Abschwächung des Schutzes der Cloud-Software bedeutet gleichzeitig eine Abschwächung des Schutzes für die On-Premises-Software. Im Unterschied zur On-Premises-Software ist die Anzahl der gleichzeitigen Instanzen in der Cloud oft um ein Vielfaches höher. Anforderungen, bei denen 30.000 Instanzen in 3 Minuten gestartet sein müssen, sind heute Realität.

Mit CodeMeter kann auch dieser Anwendungsfall abgedeckt werden. Der eigentliche Best-Practices-Ansatz eines separaten Docker-Containers für einen CodeMeter License Server ist hier vor allem bei einer großen Installation aufgrund der hohen Performance-Anforderungen schwer realisierbar. Daher wird der minimal benötigte Teil der CodeMeter Runtime mit in den Docker-Container der Anwendung gelegt. Nun stehen je nach Anforderung zwei Optionen zur Verfügung:

In jeden Docker-Container kann eine CodeMeter Cloud Credential-Datei gelegt werden. Die Software verbindet sich dann mit dem bei Wibu-Systems gehosteten CodeMeter Cloud Server und bezieht seine Lizenz von diesem. Der CodeMeter Cloud Server ist für Millionen von Anfragen designt worden und kann beliebig skaliert werden.

Eine alternative Option ist die individuelle Implementierung einer Bindung an die IT-Umgebung des Kunden, in diesem Falle des Automobilherstellers. Zusammen mit dem Softwarehersteller erstellt das Wibu-Systems Professional Services Team eine Erweiterung der CodeMeter Runtime, welche sich an beliebig kombinierbare Eigenschaften der Cloud bindet. Dies können zum Beispiel Abonnement-IDs oder Kunden-IDs sein. Die Lizenz kann dann in der Azure-Cloud des Automobilherstellers verwendet werden, aber nirgendwo anders, da die Lizenz an diese Cloud gebunden ist. In diesem Szenario können Enterprise-Verträge abgebildet werden, bei denen die Software gegen Weitergabe geschützt ist, aber die Verwendung nicht gezählt wird.

Beide Optionen bieten dem Softwarehersteller die Möglichkeit, den vollständigen Schutz von CodeMeter gegen Raubkopien und Lizenzmissbrauch zu nutzen. Die Cloud-Version für Cluster-Simulationen ist die gleiche Version wie die On-Premises-Software. Lediglich die bei CodeMeter verwendete Lizenz ist an den Anwendungsfall entsprechend angepasst.

 

KEYnote 42 – Herbstausgabe 2021